SCHOCK
Kochende Kosmonauten
Nein, das neue Album „Kosmos“ von Schock handelt weder von kulinarischen, noch von astronomischen Aktivitäten.
Vielmehr darf man den Titel wohl metaphorisch verstehen, als Sinnbild für die umfassende Bandbreite, mit der sich die Scheibe beschäftigt. Statt einem Spacetrip sieht man sich einer lyrischen und kompositorischen Reise gegenüber, die mehr zu bieten hat als eintönige Rockmusik. Mit Sänger und Mastermind Michael Schock sprachen wir über das Mitte März erscheinende Kunstwerk.
Wie groß ist die Aufregung noch, wenn man zuvor schon drei Longplayer ins Renne schicken konnte?
Natürlich gibt es immer diesen Nervenkitzel kurz vor der VÖ, es ist sozusagen das Gran de Finale. Ich bin wahnsinnig gespannt wie „Kosmos“ aufgenommen wird.
Gab es für „Kosmos“ eine spezielle Grundthematik oder Marschrichtung, als ihr die Arbeiten dazu begonnen habt?
Nachdem wir ein wenig mit der Idee eines Konzeptalbums gespielt hatten, haben wir uns dann doch für die intuitive Variante entscheiden. Verschiedene Geschichten, Themen, Songs und zum Schluss doch alles stimmig vereint in „Kosmos“. Klar war lediglich, dass wir „Halt still“ aufgreifen und weiterführen würden. Alles weitere entstand Schritt für Schritt.
Wie sieht es aus mit den Reaktionen der Welt da draußen? Schwingt auch Angst mit, dass das Publikum enttäuscht sein könnte oder dass die Kritiker die neue Platte verreißen?
Ich rede mir immer ein, dass eine Kritik nicht mehr und nicht weniger als eine einzelne subjektive Meinung ist. Fakt ist aber, ein Album vereint so viele intime Dinge und Prozesse, dass es irgendwann fast wie ein Kind für dich ist und niemand will, dass jemand sagt, dein Kind sei hässlich oder schlecht. Ich wünsche mir natürlich, dass die Leute da draußen genauso auf das Album stehen wie wir, sich darin wiederfinden, gefangen nehmen lassen oder schlichtweg einfach Spaß daran haben.
Ihr habt schon mit zahlreichen namenhaften und auch weniger bekannten Kollegen die Bühne geteilt. Inwieweit tauscht man sich da über Themen wie Songwriting oder Arbeitsweise aus? Hat euch das bei eurem Schöpfungsprozess beeinflusst?
Erkenntnis aus diversen, meist alkoholisierten „Musiker-Gesprächen“: Wir kochen alle nur mit Wasser! Am Ende ist es wichtig, dass da ein Album ist, das dich packt und ehrlich ist, dessen Songs eine Selle besitzen. Den Weg dorthin im Vorfeld fest zu definieren, halte ich für falsch. Ein Gefühl oder eine Idee überkommt dich und dann entsteht unter Umständen daraus etwas Großes. Küss die Muse und warte was passiert.
Haus, Auto, Pferdepflegerin. Ihr habt teilweise bereits auf den ganz großen Szenefestivals gespielt. Was nimmt man von solchen Erfahrungen mit in die weitere Arbeit als Musiker?
Die „großen“ Konzerte sind ähnlich wie Drogen, unbeschreiblich und du willst immer mehr davon, Unglücklicherweise kommt man deutlich schlechter dran und mit jedem neuen Output hoffst du, den großen Bühnen wieder etwas näher zu kommen. Ich glaube, dass wir mit „Kosmos“ rückfällig werden.
Rückblickend betrachtet, was war in der Entstehung der schwierigste Song auf „Kosmos“? Und wieso?
„Horizont“ war für uns eine neue Erfahrung, weil wir bisher noch nie eine „chillige“ Atmosphäre umgesetzt haben und uns lange unschlüssig waren, passt. Inzwischen bin ich sehr glücklich, dass wir diesen Song nicht abgewählt haben, da er der ganzen Platten am Ende noch eine ganz neue Nuance verpasst und einfach fantastisch ist.
QUELLE: NEGATIEF Frank „Otti“ van Düren