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‘Kellerkind’
... nennt sich Gitarrist und Sänger Sid auf seinem Solodebüt, einem außergewöhnlichen, in deutsch und englisch gesungenen Singer/Songwriter-Album. Nicht ohne Gründe: Erstens, weil die 14 Songs überwiegend eine nachdenkliche oder melancholische
Stimmung verbreiten. Und zweitens, weil alles den Charme einer spontanen, nächtlichen Aufnahmesession verbreitet - ein ungefiltertes,
minimalistisches Pop-Schatzkästchen ohne überflüssiges Beiwerk. “Und mein Equipment steht eben im Keller”, so Sid augenzwinkernd zum
Entstehungsprozess. Auch wenn die urspünglich geplante Machart “Akustikgitarre, Gesang und sonst nichts” dann doch nicht ganz
konsequent durchgezogen wurde. “Ich habe mich irgendwann bei den Demo-Aufnahmen gefragt: Warum sollte ich mich künstlich kastrieren? Es geht ja nicht darum, ob da zwei, drei oder 5 Instrumente gleichzeitig spielen oder ob alle Sounds original aus den 70ern stammen. Was mir wichtig ist, ist eine Atmosphäre zu schaffen und alles was ich sagen will so ungefiltert wie möglich rüberzubringen. Wenn ein Song ein Schlagzeug benötigt, dann soll er das bekommen - wenns ein Drumloop ist, auch gut.” Auch später im Studio wurde viel ausprobiert, und wenn es sich richtig angefühlt hat - warum nicht einfach gleich übernehmen? Gut war, dass mit Chai Deveraux (Jesus on Extasy) jemand hinter dem Mischpult saß, der sich auf so eine Arbeitsweise einlassen konnte - und der gleichzeitig selbst viele kreative Ideen hatte, die dem Endprodukt eine ganz besondere Note verleihen. Genau wie zahlreiche Gastauftritte von musikalischen Weggefährten, wie Drummer Mike (the pussybats), Meli (Livid Halcyon) oder Stinky the Kid (Stinky Pete & the rabid babies): Auch auf einem persönlichen Album macht sich ein wenig Abwechslung gut. Besonders deutlich wird das beim Country-lastigen ‘Mrs. Melancholie’, das als Duett mit der Autorin und Allround-Künstlerin Fee Katrin Kanzler “tausendmal cooler ist als wenn ich nur selbst vor mich hin singe”, wie Sid zugibt.
Wann ist man eigentlich reif für ein Soloalbum? “Keine Ahnung, vielleicht kommt sowas knapp bevor man 30 wird. Ich hatte neben meinen Bands
immer schon einiges an Songmaterial geschrieben, das nirgendwo richtig reingepasst hat, deshalb geisterte mir die Idee schon länger im
Hinterkopf herum. Aber konkret wurde es erst, als ich letzte Weihnachten meine Gitarre nahm, mich hinsetzte und beinahe alle Songs in knapp
zwei Wochen runterschrieb. So ganz nebenbei auch die ersten Sachen, die ich auf Deutsch gemacht habe.” Ganz automatisch zwingt einen die
Muttersprache auch zu einem kreativen Umgang mit Wörtern - denn was auf englisch so furchtbar authentisch ‘rüberkommt, klingt im deutschen
einfach nur schrecklich platt. Jenseits aller Herz/Schmerz-reime gelingt ihm das Kunststück, originelle Sprachbilder zu verwenden und trotzdem
- oder gerade deswegen? - emotional und nicht zwanghaft “verkopft” zu schreiben. Und manchmal kostet es sogar Überwindung: “Darf ich in einem
Lied wie ‘Su’ ‘Schwanz’ singen, wenn ich Schwanz meine? Letztendlich meine ich, ja, ich darf. Warum nicht?” Dass es funktioniert, zeigt das Bonusmaterial: Jeder Käufer des Albums erhält einen exklusiven Zugang zu einem kompletten Live-Gig auf Video. Diesesmal tatsächlich nur mit Gitarre und Stimme “bewaffnet” beweist Sid dass die Songs auch im ganz reduzierten Kontext ihre Wirkung entfalten.
Einfach einmal das machen, was sich richtig anfühlt - das wurde zum Kern der Produktion. Weil: Vielleicht ist es ja besser wenn man Musik mit mehr Herz als Verstand macht. Vielleicht ist es ehrlicher wenn man sich nicht hinter nachgeplapperten Rock’n’Roll-Phrasen versteckt sondern zu dem steht was man wirklich sagen will. Vielleicht sind gute Songs alles was zählen und weniger ist manchmal mehr. Aber vielleicht, nur vielleicht,
sollte man einfach das machen was man wirklich will.
“Kellerkind ist mir eine echte Herzensangelegenheit. Hier stecke ich drin, ganz tief und es ist eigentlich erst einmal nur für mich gemacht. Für alle
anderen gilt: Love it or leave it”. 
Kellerkind
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(/_\) Der Beste Feind ist immer der von dem man`s nicht meint !





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